"Man kann Wissen nicht managen, so wie man Patriotismus, Liebe oder seine Kinder nicht managen kann. Aber man kann ein Umfeld schaffen, in dem Wissen gedeiht" (Prusak 2005).


Wissensmanagement lässt sich als planvolle Handhabung von Wissen, als ein Komplex von Steuerungsaufgaben, als ein Konzept zur Entwicklung, Nutzung und Speicherung des Produktionsfaktors "Wissen" verstehen. Wissensmanagement kann nicht als fertiges Konzept gekauft und eingeführt werden, es ist vielmehr immer an den speziellen Gegebenheiten der Organisation auszurichten.

Worin liegt der Nutzen von Wissensmanagement?

In der Praxis sind mit dem Einsatz von Wissensmanagement verschiedenen Ziele verbunden, u.a.:

  • Erhöhung von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit
  • schnellere Arbeitsabläufe
  • bessere Verfügbarkeit und Verteilung von Informationen und Wissen
  • Bewahrung von Wissen
  • Unterstützung der einzelnen Geschäftsprozesse
  • Vermeidung von Doppelarbeit
  • Förderung von Kooperationsbereitschaft
  • Verringerung des Know-how-Verlustes durch ausscheidende Mitarbeiter

Was macht ein "Wissensmanager"?

Wissensmanagement ist ein Querschnittsthema. Ähnlich wie bei anderen Managementtätigkeiten lässt sich auch beim Wissensmanagement kein eindeutiges Berufsbild oder Profil identifizieren. Ein Wissensmanager bzw. verantwortliche Mitarbeiter für das Wissensmanagement zeichnet sich in der Regel durch ein breites Aufgabenspektrum aus. Die Arbeit des Wissensmanagers orientiert sich dabei vor allem an den 3 Säulen I.u.K.-Technologien, Organisation und Mensch.

Säule 1: IT spielt in den meisten Wissensmanagement-Projekten  eine zentrale Unterstützungsrolle. Der Wissensmanager muss kein IT-Experte sein, er sollte jedoch in der Lage sein, ensprechende Tools zu verstehen und sie hinsichtlich ihres Nutzens und Anwendbarkeit zu beurteilen und ggf. die Mitarbeiter darüber zu informieren und zu beraten.

Säule 2: Der Wissensmanager muss die Belange und Strukturen der Organisation unter einer Wissensperspektive betrachten und seine Tätigkeit auch am Kontext der Organisationsentwicklung ausrichten. Dazu benötigt er neben unternehmerischem Denken, analytische Fähigkeiten und ein erhebliches kreatives Potenzial. Des Weiteren ist eine gute Vernetzung innerhalb der Organisation von zentraler Bedeutung, um Wissen effizient zu verteilen und um die Interaktion zwischen den Organisationseinheiten und den Mitarbeitern zu fördern.

Säule 3: Der Mensch spielt als Wissensträger die entscheidende Rolle im Wissensmanagement. Der Wissensmanager muss Menschen motivieren und überzeugen können, dies erfordert soziale Kompetenz und eine hohe Kommunikationsfähigkeit. Sehr oft nimmt er eine beratende Funktion oder Rolle ein. Daneben sollte er mit Konflikten umgehen können, da Wissensmanagement-Aktivitäten oftmals auf erhebliche Widerstände stoßen. Didaktische Fähigkeiten sind von Vorteil, wenn beispielsweise Mitarbeiter in Methoden oder Instrumenten weitergebildet werden müssen.

Wissensmanager benötigen neben einer gründlichen Kenntnis der Produkte und der Abläufe im Unternehmen ein dichtes Netzwerk persönlicher Beziehungen und Motivationstalent. Unabdingbar sind Kenntnisse und Erfahrungen im Projektmanagement, um Wissensmanagement- und Veränderungsprojekte strategisch steuern zu können.

Einsatzmöglichkeiten

Der systematische Umgang mit der Ressource Wissen ist neben Großunternehmen zunehmend für kleine und mittlere Unternehmen, die öffentliche Verwaltung, Verbände sowie Bildungsinstitutionen von Interesse. Nach Beendigung des Studiums eröffnen sich vielfältige und interessante Einsatzmöglichkeiten, u.a.

  • Projektleitung für Forschungs-, Entwicklungs- und Wissensmanagementprojekte
  • Führungskräfte und Mitarbeiter, die mit Fragen der Organisation, Verteilung und Bewertung von Wissen konfrontiert werden
  • Einnahme von Schnittstellenpositionen in Organisationen und Unternehmen
  • Verantwortliche aus Bereichen der Personal- und Organisationsentwicklung



 
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